Hämorrhoidektomie: Es gibt mehrere recht unterschiedliche Hämorrhoidektomie-Techniken, die jeweils nach ihren Erfindern benannt sind. Von Bedeutung sind darunter vor allem die Verfahren mit offener Wundheilung nach Milligan-Morgan, gelegentlich auch Dreizipfelmethode genannt oder auch die Methode nach Parks. Zur Rekonstruktion des Analkanals, wie sie bei nach außen fixierten Hämorrhoiden des 4.Grades gelegentlich erforderlich ist, wird meist nach Fansler-Arnold vorgegangen. Alle Verfahren werden bei Vollnarkose durchgeführt und erfordern in der Regel einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt (stationär). Die Heilzeit von mehreren Wochen verläuft schmerzhaft.
Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo: Ein weniger schmerzhaftes geschlossenes Verfahren, bei dem unter Anwendung eines speziellen Operationsgeräts (Stapler) die Analhaut geliftet wird. Für Hämorrhoiden des 3. Grades hat sich diese Technik bereits weit verbreitet. Die Hämorrhoiden werden hierbei nicht wie bei der konservativen Operation weggeschnitten, es wird lediglich ein zwei bis drei Zentimeter breiter Streifen aus der schmerz-unempfindlichen Mastdarmschleimhaut entfernt – diese Vorgehensweise unterbricht die Blutzufuhr zu den Hämorrhoidalknoten.
Dopplergesteuerte Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL) nach Morinaga: Ein 1995 erstmals vorgestelltes, minimal-invasives Verfahren für Hämorrhoiden 2. und frühen 3. Grades, bei dem kein Gewebe entfernt, sondern lediglich die Versorgungsarterien der Hämorrhoiden abgebunden werden. Die Gefäße werden dabei mit einer speziellen Ultraschallsonde (Doppler-Proktoskop) gezielt aufgesucht. Dadurch beginnen die Hämorrhoidalknoten allmählich zu schrumpfen. Etwas höhere Rezidivquote.
Transanale Hämorrhoiden-Desarterialisation (THD): Eine seit 2000 von P. P. Dal Monte in Bologna durchgeführte Methode, die die HAL-Methode um zusätzliche Nähte ergänzt, die den Hämorrhoidalknoten in den Analkanal zurückziehen. Beim Schrumpfen des Knotens soll sich derselbe Erfolg erzielen lassen, wie durch die Naht der Longo-Operation.
Bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades versucht man durch kleinere ambulante Eingriffe eine Operation zu vermeiden, oder zumindest einige Jahre aufzuschieben. Dazu greift man unter anderem zu folgenden Behandlungsmethoden:
Verödung: Kleinere Hämorrhoidalknoten werden mit einem rohrförmigen Gerät festgehalten und es wird eine spezielle Flüssigkeit eingespritzt. Die dadurch verursachte Entzündungsreaktion soll über eine darauf folgende Vernarbung lokal den Blutfluß vermindern, die Hämorrhoiden schrumpfen lassen und die Hämorrhoidalknoten auf der Unterlage fixieren. Das relativ einfache und kostengünstige Verfahren wird in der Regel in mehreren Teilbehandlungen im Abstand von zirka 4 bis 6 Wochen durchgeführt und verläuft normalerweise völlig schmerzlos. Es besteht eine geringe Gefahr der Bildung von Nekrosen, vor allem bei schlechter Injektionstechnik. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten ist groß (hohe Rezidivquote).
Infrarotbehandlung: Mit Hilfe eines Infrarotlichtgerätes wird Gewebe an mehreren Stellen am Ursprung der Hämorrhoide stark erhitzt. Das Gewebe verschorft und bildet sich zurück. Die Behandlung verursacht für gewöhnlich keine Schmerzen. Es kann jedoch auch hier zur Nekrosenbildung kommen. Die Rezidivquote ist hoch.
Gummibandligatur: Der Knoten wird durch ein darüber gestülptes Gummiband abgeklemmt (Ligatur) und fällt in den folgenden Tagen ab. Dies ist die am häufigsten gewählte Behandlung von Hämorrhoiden 2. Grades. Die Rezidivquote ist noch relativ hoch. Risiken der meist harmlosen Behandlung bestehen bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (Nachblutung) und Latex-Allergie (selten auch schwerwiegende, allergische Reaktionen) sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Fistelbildung) und HIV-Infektion (Infektionen).
Vereisung: Mit Hilfe von Lachgas oder flüssigem Stickstoff werden die Knoten bei minus 90 Grad Celsius eingefroren. Ab einer Behandlungszeit von drei Minuten stirbt dabei das Gewebe ab. Nach ungefähr zwei Wochen wird es dann abgestoßen. Die meisten Ärzte sehen die Methode aber aufgrund des schwer zu kontrollierenden Ausmaßes der Kältewirkung heute als veraltet an.
In frühen Stadien der Erkrankung kann eine deutliche Besserung bereits eintreten, wenn auf faserreiche Nahrung (Ballaststoffe), körpergerechtes Stuhlverhalten und die richtige Hygiene umgestellt wird. Das ist aber nur bei Hämorrhoiden 1. und allenfalls frühen 2. Grades ausreichend.
Die Beschwerden können durch lauwarme Sitzbäder mehrmals am Tag und milde Stuhlaufweicher gelindert werden. Noch effektiver bessern sich die Symptome durch Verwenden von Salben, Zäpfchen oder Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage).
Die krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden wird in 4 Stadien eingeteilt. Zwischenstufen zwischen den einzelnen Stadien sind möglich.
Hämorrhoiden 1. Grades:
- Die Hämorrhoiden sind nicht von außen sichtbar, sie können nur proktoskopisch dargestellt werden.
- Die Knoten wölben sich nur leicht innerhalb des Darmrohres vor. Voll reversibel, es treten normalerweise keine Schmerzen auf.
Hämorrhoiden 2. Grades:
- Die Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal vor, ziehen sich aber nach kurzer Zeit von selbst wieder zurück.
- Die Hämorrhoiden sind allein nicht mehr rückbildungsfähig
Hämorrhoiden 3. Grades:
- Ein oder mehrere Knoten können bei Anstrengungen spontan vorfallen. Nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr von selbst zurück. Die Reposition (Hineinschieben) ist aber noch möglich.
- Es kann zur Einklemmung und Blutung kommen.
Hämorrhoiden 4. Grades:
- Entspricht einem Analprolaps (Tiefertreten).
- Die Reposition (Hineinschieben) ist nicht mehr möglich.
Als gesunder Mensch haben Sie drei Gefäßpolster, die bei einer Vergrößerung oder einem Tiefertreten/Austreten zu einem „Hämorrhoidal-Leiden“ führen.
Typische Symptome sind Blutungen (hellrotes Blut beim Stuhlgang), Druckgefühl, Juckreiz, Hautausschlag (Ekzem) und im fortgeschrittenen Stadium Störungen der Stuhl-Kontinenz (Fähigkeit, Stuhl und Darmwinde sicher zu halten).
Die Ursachen des Hämorrhoidal-Leidens sind nicht sicher geklärt, eine Rolle spielen wohl ballaststoffarme Kost, der aufrechte Gang, langes Sitzen, genetische Veranlagung (Bindegewebsschwäche) sowie ungünstige Stuhlgewohnheiten (lange „Toilettensitzungen“, starkes Pressen).